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Was Sie über Hämorrhoiden wissen sollten

von Dr. Peter Müller
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Schätzungen zufolge, haben mehr als 50 Prozent aller Deutschen Hämorrhoiden. Hierbei handelt es sich um knotenförmige Erweiterungen von Blutgefäßen im Analkanal bzw. im Bereich des Schwellkörpers oberhalb der Afterschließmuskeln am Ausgang des Darms. Trotz der großen Anzahl an Betroffenen, gelten Hämorrhoiden in der heutigen Zeit immer noch oft als Tabuthema.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sobald sich Blutauflagerungen auf dem Stuhl befinden, sollte man in jedem Fall zum Arzt gehen. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei zwar um eher harmlose Erkrankungen wie Hämorrhoiden, manchmal steckt aber auch ein bösartiger Tumor dahinter, den nur ein Arzt feststellen kann.

Wie kann der Arzt helfen?

Beim Arzt wird eine gründliche Untersuchung durchgeführt. Diese zeichnet sich durch das Betrachten des Afterbereichs sowie das Abtasten des Afters und Enddarms mit Hilfe des Fingers aus. Dank des Endoskops können Spiegeluntersuchungen vom Inneren des Darms und des Darmausgangs gemacht werden. Zudem können dadurch der Analkanal, der Enddarm und der gesamte Dickdarm gespiegelt werden, wodurch sich Hämorrhoiden und andere mögliche Veränderungen der Darmschleimhaut feststellen lassen.

Sollten Hämorrhoiden diagnostiziert werden, kann anhand des vorliegenden Stadiums der Knoten eine Therapie vorgeschlagen werden. Beschwerden lassen sich durch Salben oder Zäpfchen lindern. Die Entfernung der Hämorrhoiden in frühen Stadien (I und II) erfolgt durch Verödung oder durch Abschnürung mittels eines speziellen Gummibandes. Im dritten und vierten Stadium muss hingegen fast immer eine Operation durchgeführt werden.

Mögliche Ursachen

Zu starkes Pressen beim Stuhlgang, Übergewicht, eine chronische Verstopfung, eine angeborene Bindegewebsschwäche oder eine Schwangerschaft können mögliche Ursachen für die Entstehung von Hämorrhoiden sein.

Welche Hilfe kann man sich aus der Apotheke holen?

Durch Hämorrhoiden hervorgerufene Beschwerden lassen sich mit Hilfe von Salben und Zäpfchen aus der Apotheke erheblich lindern, da diese gegen Entzündungen und Schmerzen helfen und den Juckreiz stillen. So sind beispielsweise Präparate mit dem Wirkstoff Quinisocain rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Präparate mit dem Trockenextrakt aus der Hamamelisrinde helfen bei Beschwerden wie Brennen, leichten Blutungen oder Juckreiz (Hämorrhoiden Stadium I und II). Die Behandlung kann dabei auch mit einer Kombination beider Wirkstoffe erfolgen (Quinisocain am Tag, Hamamelisrinde in der Nacht).

Wieder andere Hämorrhoidenmittel enthalten zum Beispiel die Wirkstoffe Kortison (stark entzündungshemmend) oder Lidocain (stark schmerzstillend). Diese können jedoch in seltenen Fällen zu Reizungen der Haut führen. Die genannten Salben und Zäpfchen helfen jedoch lediglich gegen die Beschwerden, die Hämorrhoiden selbst bleiben auch weiterhin bestehen.

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