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Was ist eine Perianalthrombose?

von Dr. Peter Müller
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Die Perianalthrombose ist der medizinische Fachbegriff für eine Schwellung im Bereich des menschlichen Afters. Sie wird verkürzt auch nur Analthrombose genannt. Das griechische Suffix peri ist vernachlässigbar, da es nur aufzeigt, dass mit dem nachfolgenden Wortteil die konkrete Lokalisierung bezeichnet wird.

Ursachen für die Perianalthrombose sind kleine Blutgerinsel, die sich in den oberflächlichen Venen des Afters bilden. Diese Blutgerinsel entstehen zum Beispiel, wenn man lange auf kalten Oberflächen sitzt. Übermäßig langes Sitzen wirkt auch unabhängig von der Temperatur begünstigend. Frauen erleiden Perianalthrombosen häufig während ihrer Periode, einer Schwangerschaft oder bei einer Entbindung. Beide Geschlechter sind gefährdet an einer Perianalthrombose zu erkranken, wenn durch Husten, Pressen oder Heben der Druck im Leib erhöht wird. Die Aufnahme von Nahrungsmitteln wie Alkohol und Gewürzen kann eine Perianalthrombose auslösen. Manchmal ist sie auch eine Folge von schon vorhandenen, großen Hämorrhoiden oder einer Erkrankung, die Durchfall auslöst. Neuere Forschungen in der Wissenschaft führen die Entstehung einer Perianalthrombose auf intensive körperliche Bewegung zurück. Zudem benennen sie ausgiebige Nassreinigung als einen begünstigenden Risikofaktor. Eine Perianalthrombose bildet ein oder mehrere bläulich-rote bis blauschwarze Knoten am Afterrand. Die Farbe variiert je nach Intensität des Blutstaus. Diese prallelastischen Knoten können jeweils auch mehrere Thromben aufweisen. Sie erreichen in der Regel nur Kirschgröße. In besonders schweren Fällen können sie die Größe einer Pflaumen annehmen. Die Schwellung ist schmerzhaft und unangenehm.

Therapiert werden kann eine Perianalthrombose auch vom Laien Zuhause, sofern sie keine außergewöhnlichen Merkmale aufweist. Hierzu zählen gesteigerte Schmerzen oder die erwähnte übermäßige Größe. Im Normalfall bilden sich die Knoten selbstständig in einem Zeitraum zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen zurück. Gegen die Schmerzen kann der Erkrankte Schmerzmittel einnehmen. Es existieren auch verschiedene Salben und Zäpfchen zur Selbstbehandlung. Zur Unterstützung der Heilung werden Sitzbäder empfohlen. Bei akuten Fällen sollte der Arzt auf jeden Fall aufgesucht werden. Er behandelt die Perianalthrombose ambulant. Dazu wird sie örtlich betäubt und aufgeschnitten. Durch diesen Schnitt drückt der Arzt dann die Thromben heraus. Normalerweise verläuft die anschließende Heilung unkompliziert und rasch. In seltenen Fällen entstehen Hautfalten, die der Experte Marisken nennt. Sie können von Chirurgen, Proktokologen und Dermatologen in einem Routineeingriff entfernt werden.

Der operative Eingriff durch den Arzt ist notwendig, wenn der Patient die Schmerzen nicht aushält oder Zweifel an der Diagnose aufkommen. Die Perianalthrombose wird oft mit einem Hämorrhoidenleiden verwechselt. Die krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden hat jedoch andere Ursachen und wird anders behandelt. Dennoch bezeichnet man die Perianalthrombose wegen der Ähnlichkeit als unechte Hämorrhoide.

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