Hämorrhoiden

Hämorrhoiden Steckbrief

Name(n): Hämorrhoiden, Hämorriden, Goldadern
Art der Krankheit: Es handelt sich um eine Erkrankung der Gefäße.
Verbreitung: Hämorrhoiden sind ein weltweit auftretendes Phänomen und nicht auf spezielle Erdteile oder Gemeinschaften beschränkt.
Erste Erwähnung der Krankheit: Erste Erwähnungen dieses Leidens stammen bereits aus dem 2. vorchristlichen Jahrtausend. Das macht dieses Leiden zu einem der am frühesten schriftlich erwähnten Erkrankungen der Menschheit.
Behandelbar: In den meisten Fällen sind Hämorrhoiden sehr gut zu behandeln. Es kommt sehr selten vor, dass ein Schulmediziner nicht dazu in der Lage ist, Abhilfe zu leisten. Ist dies der Fall, liegt es zumeist an Vorerkrankungen, die die Hämorrhoiden überhaupt erst bedingten. So sind zum Beispiel parasitär ausgelöste chronische Durchfallerkrankungen oftmals ein Grund für nicht effektiv behandelbare Hämorrhoiden. Aber selbst in solchen Fällen ist es noch möglich, die entstehenden Symptome medikamentös zu mindern.
Art des Auslösers: Die genauen Gründe für die Entstehung von Hämorrhoiden sind noch unbekannt. Nichtsdestotrotz gibt es eine ganze Reihe spezifischer Vorerkrankungen oder Lebensweisen, die als maßgeblich für die Etablierung dieses Leidens anzusehen sind. Man geht allgemein hin von einem Zusammenspiel aus äußeren sowie inneren Faktoren aus.
Wieviele Erkrankte: Es ist davon auszugehen, dass etwa 3 von 4 Personen im Laufe ihres Lebens an Hämorrhoiden erkranken. Dabei ist allerdings nicht jeder Verlauf dieser Krankheit immer schmerzhaft oder gar mit feststellbaren Symptomen verbunden. Darum kann es durchaus der Fall sein, dass man an dieser Krankheit leidet, ohne es zu ahnen.
Welchen Facharzt sollte man aufsuchen: Es empfiehlt sich zunächst Rücksprache mit dem Hausarzt zu haben. Sollte dieser nicht in der Lage sein, dem Leiden Herr zu werden, wird er einen an einen darauf spezialisierten Kollegen verweisen. Beispielsweise einen Proktologen.

Hämorrhoiden

Zwischen dem Enddarm und dem Schließmuskel des Afters befindet sich ein Gefäßpolster, der sogenannte Plexus hämorrhoidalis. Dieses arbeitet eng mit dem Sphinkter (Schließmuskel) zusammen, beide sorgen für den Feinverschluss des Darmausganges. Die Bestandteile des Gefäßpolsters stellen ein Geflecht aus Arterien und Venen dar. Wird von Hämorrhoiden gesprochen, sind damit Schwellungen in Knoten- oder Krampfaderform an demselben gemeint.

Umso mehr sich diese verstärken, desto weiter findet ein Herausdrücken der krankhaften Wucherungen aus dem Anus-Bereich heraus statt. In zahlreichen Fällen entzündet sich dabei auch das umliegende Gewebe durch die Erweiterung der Blutgefäße des Gesäßpolsters. Obwohl heutzutage weitaus offener über Krankheiten gesprochen wird als noch vor einigen Jahren, gelten Hämorrhoiden noch immer als ein Tabuthema.

Dies gilt prinzipiell für alle Erkrankungen, welche zum einen die Analregion, zum anderen den Darm betreffen. Aufgrund der Tatsache, dass allein bei Männern über 30 Jahre ca. 70 Prozent von diesem Problem betroffen sind, wäre ein verstärkter Austausch über diese Krankheit mit Sicherheit sehr hilfreich. Da viele Menschen bei einem Auftreten von Hämorrhoiden auch nicht zum Arzt gehen, gibt es nur Schätzungen, wie viele Menschen unter diesen leiden. Man nimmt einen Prozentsatz von etwa 50 Prozent bei Erwachsenen ab dem 30. Lebensjahr an. Frauen sind weniger oft betroffen als Männer.

Wer Beschwerden im Enddarm-Bereich hat, sollte jedoch nicht lange mit dem Aufsuchen eines Arztes zögern, denn es sind nicht immer die vergleichsweise harmlosen Hämorrhoiden, welche diese verursachen. Weitaus ernstere Krankheiten, wie beispielsweise Darmkrebs, könnten dafür verantwortlich sein, deren Heilungschancen durch ein frühzeitiges Erkennen in jedem Fall erhöht werden. Viele Menschen gehen wegen eines Verdachts auf Hämorrhoiden zum Arzt, in diesem Fall zu einem Gastroenterologen. Dieser stellt jedoch oftmals andere Krankheiten fest, so zum Beispiel ein Ekzem, Herpes, eine Neurodermitis oder Pilzinfektion.

Eine Untersuchung beginnt in der Regel durch eine Befragung über die aufgetretenen Symptome, den Stuhlgang, Ernährungsgewohnheiten sowie sportlichen Aktivitäten. Hernach erfolgt ein Abtasten (Rektal-Palpation) des Analbereiches. Besitzen die Hämorrhoiden eine starke Ausprägung, sind sie ebenfalls von außen sichtbar. Verstärkt sich die Vermutung, dass krankhafte Wucherungen für die Beschwerden verantwortlich sind, wird meist eine Enddarmspiegelung oder Koloskopie (Spiegelung des gesamten Dickdarms vorgenommen. So gelangt der Arzt zu einer sicheren Diagnose und kann mögliche sonstige Erkrankungen ausschließen.

Krankheitsentstehung

Hämorrhoiden entstehen dann, wenn sich der Corpus cavernosum recti, sprich der Mastdarmschwellkörper, im Bereich der Zona haemorrhoidalis knotenförmig erweitert. Eine Vergrößerung des Plexus haemorrhoidalis führt dabei zu „inneren Hämorrhoiden“.

Dort, wo die Aa. haemorrhoidalis der Arteria rectalis superior lokalisiert sind, treten die Hämorrhoiden auf. Da sich die Aa. haemorrhoidalis ihrerseits aufzweigen, können auch an weiteren Stellen Hämorrhoiden auftreten. In diesem Fall spricht man von Satellitknoten. Werden Hämorrhoiden von der unteren Hämorrhoidalvene versorgt, werden sie als „äußere Hämorrhoiden“ bezeichnet.

Sie sind mit Plattenepithel, einem Abgrenzungsgewebe, bedeckt. (Wenn ein deutscher Arzt nicht von inneren und äußeren Hämorrhoiden spricht, liegt der Grund in unterschiedlichen Deutungen des Begriffs. Die Unterscheidung wird vor allem in der englischen und amerikanischen Literatur gemacht und von deutschen Ärzten nur teilweise übernommen.)

Innere und äußere Hämorrhoiden

Des Weiteren gilt es ganz klar, zwischen äußeren und inneren Hämorrhoiden zu unterscheiden. Dabei sind äußere Hämorrhoiden nicht unbedingt immer gefährlich. Sollte sich in denselben noch keine Thrombose eingestellt haben, kann man durchaus davon ausgehen, dass die Symptome sich in Grenzen halten werden. Kritisch wird die ganze erst dann, wenn sich Thrombosen einstellen.

Zumeist ist in diesen Fällen davon auszugehen, dass es zu einer immensen Entwicklung von Schmerz kommt. Dieser verschwindet zwar in aller Regel nach ein bis drei Tagen wieder, ist aber für die Zeit des Bestehens kaum ohne Schmerzmittel zu ertragen. Hinzu kommt noch der unglückliche Umstand, dass das Defäkieren während dieser Zeit stark erschwert ist. Sicherlich sind die meisten Betroffenen zwar immer noch in der Lage, Stuhl abzuscheiden, dennoch stellt sich dieser Vorgang nicht selten als ein absonderliches Martyrium dar. Der Erkrankte ist ist oftmals nur unter Schreien dazu imstande, Kot auszulassen.

Darüber hinaus sollte man auch die im Rahmen der eben genannten Ausprägung der Krankheit entstehenden kosmetischen Faktoren nicht unterschätzen. Zwar geht der imminente Schmerz bereits nach einigen wenigen Tagen, wie bereits erwähnt, zurück, nicht so aber die Schwellung, sprich die also solche wahrgenommene äußere Hämorrhoide. Diese kann bis zu vier oder mehr Wochen in ihrer Form verbleiben und somit zu gewissen Einschränkungen führen. Besagte Einschränkungen betreffen in erster Linie die Analhygiene des Betroffenen. Diese ist aufgrund der Umstände nur noch schwer zu gewährleisten. Darum kann es notwendig sein, sich nicht mehr nur mit Toilettenpapier zu reinigen, sondern auch andere Mittel zu gebrauchen. Beispielsweise Sitzbäder oder fließendes Wasser.

Intern auftretende Hämorrhoiden treten dagegen in aller Regel eher schmerzfrei auf. Sie äußern sich allein dadurch, dass sie während oder nach dem Stuhlgang einiges an Blut absondern. Dieses Blut kann daraufhin entweder im Stuhl selbst oder anderweitig nachgewiesen werden. So zum Beispiels als rote Flecken auf den Toilettenpapier, als Flecken in der Unterwäsche oder durch Heraustropfen aus dem Anus. Man sollte dies zwar als ein deutliches Warnsignal verstehen, sich aber dennoch nicht allzu viele Sorgen machen.

Schließlich und endlich handelt es sich hierbei um keine allzu gravierenden Erscheinungen. Man könnte das Abscheiden von Blut während oder nach dem Stuhlgang im Rahmen der vorliegenden Erkrankung durchaus als normal ansehen. Dennoch sollte man auch dieses Symptom nicht auf die leichte Schulter nehmen und im Bedarfsfall einen Mediziner konsultieren. Alles andere wäre sich selbst gegenüber grob fahrlässig. Nichts zuletzt deswegen, weil man als neuerlich erkrankter Patient auch andere, potentiell ansteckende Krankheiten als Ursache nicht ausschließen kann.

Ansonsten äußern sich die innen liegenden Hämorrhoiden zumeist, wie bereits erwähnt, nicht oder nur kaum schmerzvoll. Nichtsdestotrotz kann es vorkommen, dass sich dieser Zustand ändert. Dies ist immer dann der Fall, wenn die inneren Hämorrhoiden Thrombosen und / oder Nekrosen entwickeln. Hierbei sind insbesondere nekrotisierende Hämorrhoiden immens gefährlich und sollten sofort und ohne zu zögern behandelt werden.

Zugegebenermaßen ist es eher unwahrscheinlich, daran zu sterben, aber es gibt durchaus Todesfälle, die direkt auf eine solche Diagnose zurückzuführen waren. Darüber hinaus sollte man auch sich ggf. auch auf weitere Symptome einstellen. Diese können unter anderem chronische Durchfälle sowie chronische Verstopfungen umfassen. Seltener kommt es zudem auch zu einer Inkontinenz. Dieses Phänomen tritt allerdings vergleichsweise selten auf. Ist dies jedoch der Fall, sollte man das als roten Alarm verstehen und so schnell als irgend möglich bei einem Arzt vorstellig werden.

Inkontinenz ist keine Bagatelle und kann nicht nur auf gesundheitlicher Ebene zu starken Einbußen führen. Auch auf sozialer Ebene ist ein solches Gebrechen mit teils immensen Einschränkungen verbunden. Dabei lassen sich die meisten Fälle dieses Leidens relativ gut behandeln. Alles in allem wären sie also durchaus vermeidbar.

Ätiologie

Hämorrhoiden treten häufig auf, wenn Personen über längere Zeit eine chronische Obstipation entwickelt haben. Eine Obstipation, sprich Verstopfung, besteht, wenn eine Darmentleerung weniger als drei Mal in der Woche erfolgt. Gleichzeitig ist die Darmentleerung meist erschwert, zum Beispiel in Verbindung mit einem harten Stuhlgang, der mit Schmerzen einhergehen kann.

Chronische Verstopfungen können funktionell bedingt sein, wobei die Ursachen häufig auf die Lebensführung zurück zu führen sind. Im Bereich der Ernährung kann das Fehlen von unverdaulichen Ballaststoffen zur Verstopfung führen. Bei einer gesunden Ernährungsweise sollen Ballaststoffe dazu führen, dass das Volumen des Darminhaltes vergrößert wird, wodurch ein Reiz auf den Darm ausgeübt wird. So kommt es zu mehr Bewegung im Darm, wodurch die Verdauung angeregt wird und die schnellere Ausscheidung von Lebensmitteln erfolgt.

Insgesamt verbleiben unverdauliche Speisereste dadurch weniger lange im Verdauungstrakt. Damit Ballaststoffe, die beispielsweise in Leinsamen zu finden sind, besser quellen können und damit ihre volle Wirkung entfalten, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr empfohlen. Häufig ist diese allerdings zu gering, sodass eine chronische funktionelle Obstipation weiter gefördert wird. Auch Bewegungsmangel trägt negativ zu dem Beschwerdebild bei, da ein Großteil der Berufstätigen in Industrieländern während der Arbeit und bei Freizeitbeschäftigungen sitzenden Tätigkeiten nachgeht. So kann es zu einer Blutstauung im Analbereich kommen.

Zusätzlich wird die Verdauung verlangsamt, sodass es zu einer niedrigen Frequenz des Stuhlgangs kommt. Teilweise kann auch ein häufig unterdrückter Defäktationsreiz zu Verstopfung führen. So kann eine Verstopfung zum einen zu Hämorrhoiden führen, zum anderen können sich die bereits entstandenen aber auch wieder negativ auf die Verstopfung auswirken. Da der Stuhlgang in Folge von Hämorrhoiden erschwert und schmerzhaft sein kann, wird der Reiz vom Betroffenen teilweise unterdrückt.

Neben diesen Ursachen, die auf die alltägliche Lebensführung zurück zu führen sind, kann auch die Einnahme von bestimmten Medikamenten in Form von Nebenwirkungen zu einer Obstipation führen. So gelten verschiedene Antidepressiva, Opiate, Eisenpräparate und viele weitere Medikamente als mögliche Auslöser. Die Substanzgruppen können dabei sehr unterschiedlich sein und dennoch dieselbe, ungewollte Wirkung entfalten.

Auch Störungen des Elektrolythaushaltes können in einigen für chronische Verstopfungen verantwortlich gemacht werden. Eine Hyperkalzämie, also zu viel Calcium im Blut, kann die Bewegung des Darms herunterfahren. Es kommt in diesem Zusammenhang also zu einer Hypomotilität des Darms, wodurch die Verdauung deutlich verlangsamt wird.

Im Bereich der Endokrinologie kann es zu Störungen kommen, die die Verdauung beeinflussen. So kann eine Hypothyreose, also Schilddrüsenunterfunktion, als Begleiterscheinung häufig zu einer länger anhaltenden Verstopfung. Auch während einer Schwangerschaft kann es wegen der hormonellen Veränderungen zu einer Obstipation kommen.

Grundsätzlich ist es problematisch, wenn eine Obstipation zusätzlich damit verbunden ist, dass die Defäktation mit längerem und stärkerem Pressen verbunden ist. Dies kann zur Folge haben, dass sich die Gefäße des Corpus cavernosum recti ausweiten.

Neben einer chronisch bestehenden Obstipation wird diskutiert, ob auch Adipositas, also Fettleibigkeit, ein möglicher Auslöser für Hämorrhoiden sein kann. Es wird dabei davon ausgegangen, dass durch das deutlich erhöhte Gewicht mehr Druck im Bereich des Bauchraums auftritt. Davon betroffen ist schließlich auch der Bereich des Darms beziehungsweise Enddarms. So kommt es zu einem „Ausleiern“ der Gefäßwände, die den hohen Druckverhältnissen häufig nicht standhalten können. Gleichzeitig ist die Blutversorgung bei Übergewichtigen in der Regel schlechter, was durch wenig Bewegung zusätzlich gefördert wird. Auch so steigt das Risiko für Hämorrhoiden bei Übergewichtigen.

Wenn der Tonus des Sphinktermuskels zu hoch ist, der Schließmuskel also zu angespannt ist, kann der Abfluss des venösen Blutes behindert werden. Auch so kann es zu einer Belastung des Plexus haemorrhoidalis kommen, wodurch sich Knötchen an den charakteristischen Stellen ausbilden können.

Denkbar sind außerdem genetische Dispositionen, bei denen beispielsweise Bindegewebsschwächen vermehrt auffallen. Es kann hierbei schneller dazu kommen, dass Blutgefäße ihre elastische, aber stabile Struktur verlieren und sich dauerhaft zu sehr weiten.

Lokalisierung der Hämorrhoiden

Wenn Hämorrhoiden vom Arzt untersucht werden, befindet sich der Patient zunächst in der „Steinschnittlage“. Dabei liegt der Patient so auf dem Rücken, dass der Untersuchende den Damm vor sich sieht. Der Arzt orientiert sich am Ziffernblatt der Uhr, da die drei Hauptäste der Arteria rectalis superior in der Regel an typischer Stelle auf 3, 7 und 11 Uhr auf zu finden sind.

Die drei Hauptäste sind für die Versorgung des Corpus cavernosum recti bzw. Plexus haemorrhoidalis zuständig. Im Bereich des Columnae anales bilden die drei arteriellen Äste Hauptknoten (3,7 und 11 Uhr). Schließlich teilen sich die drei Hauptäste in vier zusätzliche Nebenäste auf, sodass außerdem Nebenknoten an den Punkten 1,5,6 und 9 Uhr auftreten. Diese Bildung von Knoten ist physiologisch und deshalb wichtig, damit der blutgefüllte Schwellkörper ringförmig aufgebaut werden kann. So können auch wässrige und gasförmige Darminhalte besonders effektiv gehalten werden. Kommt es zu einer Hyperplasie, also einer unphysiologischen Erweiterung des Schwellkörpers, die über die normale Füllung hinausgeht, entstehen Hämorrhoiden an den typischen Stellen.

Diagnostik

Der Betroffene wird im Gespräch während der Anamnese befragt, sodass die hier angegebenen Symptome erste Anhaltspunkte für eine krankhafte Vergrößerung des Schwellkörpers liefern können. Sollten Hämorrhoiden vorgefallen sein, ist dies meist deutlich zu erkennen. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass Hämorrhoiden Ähnlichkeiten mit Perianalthrombosen haben, sodass hier eine differenzialdiagnostische Abklärung erfolgen muss.

Wenn die rektale Untersuchung des Patienten erfolgt, sind charakteristische Knoten an den typischen Stellen tastbar. Diese Knoten können auch mit einem Proktoskop sichtbar werden. Dabei kann ein Befund sein, dass Knoten im Analkanal auffallen, ein anderer, oder zusätzlicher Befund kann sein, dass sich Vorwölbungen an der Schleimhaut zeigen. Sollte der Patient angegeben haben, dass der Stuhlgang häufig von Blut begleitet wird, kann es indiziert sein, ein Karzinom aus zu schließen. Hierfür wird eine Röntgenuntersuchung angeordnet, die mit Hilfe einer Kontrastmittelgabe zu genaueren Ergebnissen führt.

Einteilung der Hämorrhoiden in vier Grade

Ein Großteil der über 30-Jährigen ist von Hämorrhoiden betroffen, spürt von den möglichen Symptomen aber nichts oder nur wenig. Hämorrhoiden werden erst dann als krankhaft eingestuft, wenn sie Beschwerden hervorrufen und dementsprechend eine Therapie eingeleitet wird. Insofern ist es wichtig, Hämorrhoiden entsprechend ihrer Ausprägung in Verbindung mit den auftretenden Symptomen zu klassifizieren. Dies geschieht mit Hilfe von vier Schweregraden, in die die spezifischen Ausprägungen eingeteilt werden.

Hämorrhoiden vom Grad 1 sind vom Beschwerdebild her relativ unauffällig. Der Patient verspürt keine Schmerzen, gelegentlich ist aber Afterjucken möglich. Dieses Phänomen wird als Pruritus ani bezeichnet. Es ist allerdings möglich, dass in manchen Fällen eine helle rötliche Auflagerung auf dem Stuhl zu erkennen ist. Es handelt sich dabei um einen Blutfilm. Da die betroffenen Gefäße oberhalb des Anoderms liegen, kommt es hierbei aber nicht zu Schmerzen. Für den Arzt sind Veränderungen vom Grad 1 während einer proktoskopischen Untersuchung sichtbar.

Anders ist der Sichtbefund bei Hämorrhoiden vom Grad 2. Hier kommt es dazu, dass sich die vergrößerten Gefäßpolster nach außen verlagern, wenn der Betroffene beispielsweise beim Stuhlgang stärker presst. Dieser Prolaps der größeren Knoten ist allerdings nur vorübergehend, da sie nach dem Stuhlgang wieder in den Analkanal zurückgehen. Dieser Vorgang wird als spontane Reposition bezeichnet. Auffällig für den Patienten sind insbesondere Brennen und Nässe am After, außerdem ein Hitzegefühl, das meist verbunden ist mit einem Juckreiz. Diese Symptome können auf ein perineales Ekzem hindeuten. Es kann weiterhin dazu kommen, dass Blut in Form von Tropfen oder Spritzern mit abgeht und der Stuhlgang von einer schleimigen Substanz begleitet wird.

Bei Hämoriden von Grad 3 kommt es beim Stuhlgang in der Regel zu einem Prolaps der vergrößerten Knötchen. Dies kann auch passieren, wenn sich der Druck im Bauchraum erhöht, also beispielsweise bei einem sehr starken Anspannen der Bauchmuskulatur. Obwohl diese nicht, wie bei Grad 2, von selbst in Form einer spontanen Reposition wieder in den Analkanal gelangen, können sie manuell wieder eingeführt werden. Außerdem haben die Betroffenen Entzündungen und Schwellungen im Analbereich.

Es kann in diesem Stadium zu starken Schmerzen während und nach dem Stuhlgang kommen. Währenddessen kommt es nicht selten zu einer Schleimabsonderung. Auch längeres Sitzen kann für den Betroffenen sehr unangenehm werden. Dabei kommt es beispielsweise zu einem ausgeprägten Juckreiz. Bei Hämorrhoiden des dritten Grades ist außerdem charakteristisch, dass sich Hautfalten um den After bilden, die als Marisken bezeichnet werden.

Grad 4 der Hämorriden bezeichnet das Endstadium, zu dem es nach der Ausbildung von Hämorrhoiden kommen kann. Hiermit wird das Einklemmen der aus dem Analkanal ausgetretenen Hämorrhoiden (Inkarzeration) benannt. Zusätzlich ist das Anoderm vom Vorfall betroffen, was zu starken Schmerzen führt. Die vorgefallenen Teile des Analkanals sind am Analkanal fixiert, sodass sie nicht mehr zurückgeschoben werden können. In diesem Fall spricht man von einem Analprolaps, da große Teile des Analkanals von dem Vorfall betroffen sind. Bei Hämorrhoiden des vierten Grades ist eine Komplikation, dass sich lokal ein Blutgerinnsel bildet. In dem Fall spricht man von einer Thrombosierung.

Abschließende Bemerkungen

Hämorrhoiden sind, wie aus dem vorangehenden Text ersichtlich wird, ein Problem, mit dem sich viele Menschen herumschlagen müssen. Dennoch gilt es in den meisten Gesellschaften nach wie vor als Tabu, darüber zu reden. Das führt nicht selten zu einer medizinischen Minderversorgung dieses Leidens. Man sollte sich darum nicht schämen, wenn man diesem Gebrechen verfallen ist, sondern offen damit umgehen. Das befördert nicht nur die allgemeine Aufklärung zu dem Thema Hämorrhoiden, sondern inspiriert vielleicht auch andere Menschen dazu, dasselbe zu tun. Je mehr Menschen sich öffentlich dazu bekennen, desto besser kann mit dem Thema in der Öffentlichkeit umgegangen werden.

Darüber hinaus ist zu bemerken, dass etwa 40% aller Menschen, die an Hämorrhoiden leiden, nichts von ihrem Leiden ahnen. Dies liegt daran, dass viele Fälle der vorliegenden Krankheit vollkommen schmerzfrei und ohne weitere Symptome verlaufen. Lediglich die kosmetischen Probleme stellen sich ein – und nicht mal das ist immer der Fall. Sollte man zu dieser Personengruppe gehören, ist eine ärztliche Behandlung in aller Regel nicht notwendig. Es sei denn, dass der behandelnden Hausarzt bei einer Routineuntersuchung zu einem anderen Vorgehen rät.

Alles in allem lässt sich abschließend zusammenfassen, dass man sich seiner Hämorrhoiden nicht schämen muss und dass zudem die Chance auf Heilung sehr hoch liegt. Darum ist jede Person, die, aus welchen Gründen auch immer, von einer Behandlung absieht, oftmals selbst daran Schuld, wenn sie der Zustand nicht verbessert und man über einen längeren Zeitraum hinweg, mit dem vorliegenden Leiden zu kämpfen hat. Lediglich in den seltensten Fällen werden Hämorrhoiden chronisch und sind nicht mehr komplett auszumerzen, sondern nur noch symptomal zu behandeln. Jedoch die Chance, an einer solchen Art von Hämorrhoiden zu erkranken tendiert effektiv gegen Null.

Der Begriff Hämorrhoiden, auch Hämorriden genannt (altgriechisch αἷμα haima ‚Blut‘ und ῥεῖν rhein ‚fließen‘; oder der veralteten Bezeichnungen blinde Adern, goldene Adern, Goldadern) wird im Sprachgebrauch häufig mit dem des Hämorrhoidalleidens gleichgesetzt.  Nach wissenschaftlicher Definition handelt es sich bei Hämorrhoiden (dem Hämorrhoidalplexus) jedoch um ein Gefäßpolster, das bei jedem gesunden Menschen im Bereich des unteren Enddarms vorzufinden ist.

Beschwerden gehen von Hämorrhoiden in der Regel erst dann aus, wenn sich Erstere aufgrund einer auftretenden Blutstauung vergrößert darstellen oder in ihrer Lage abwärts sinken. Eine entsprechende krankhafte Hämorrhoidenveränderung kann in Abhängigkeit vom einzelnen Betroffenen unterschiedliche Grade aufweisen. Die Begrifflichkeit „Hämorrhoiden“ leitet sich von den altgriechischen Worten für „Blut“ und „fließen“ ab.

Der Hämorrhoidalplexus

Hämorrhoiden zählen zu den häufigsten Erkrankungen im Bereich der Proktologie. Sie sind bei 70-80% der über 30-Jährigen nachweisbar. Es kommt bei der Erkrankung zu einer Vergrößerung, also Hyperplasie, des Mastdarmschwellkörpers, der sich im Analkanal befindet. Diese Vergrößerung muss aber nicht zu Symptomen führen und wird erst dann behandelt, wenn Beschwerden auftreten.

Der Hämorrhoidalplexus (Plexus haemorrhoidalis) ist ein zirkulär angelegter Schwellkörper, der im Corpus cavernosum recti liegt. Mit dem Begriff „Corpus cavernosum“ ist in der Medizin ein Schwellkörper gemeint, dessen Gefäßgeflechte mit Blut gefüllt werden können. Diese Geflechte können entweder aus Arterien oder aus Venen bestehen. Im Bereich des Plexus haemorrhoidalis findet die Versorgung über sauerstoffreiches, arterielles Blut statt. Die ansässige Arterie ist die unpaar angelegte A. rectalis superior, die den Bereich über drei abgehende Aa. haemorrhoidales versorgt. Die Aa. Haemorrhoidales können zweigen sich abermals in zahlreiche Anastomosen auf. Diese sind miteinander verbunden. Im Bereich des Darms wird mit Hilfe des Corpus cavernosum recti die wichtige Funktion erfüllt, dass der After fein abgestimmt geschlossen werden kann.

Während des Stuhlgangs strömt das arterielle Blut aus dem Hämorrhoidalgeflecht aus, sodass das Volumen des Geflechts abnimmt und eine Entspannung des Schließmuskels erfolgt. Um den After wieder zu verschließen, strömt das Blut wieder in den Schwellkörper zurück und führt so zu einer Vergrößerung desselben. Dabei ist es wichtig, dass die Strukturen im Corpus cavernosum recti nicht in zu großem Ausmaß erweitert sind. Der Schwellkörper ist somit ein wichtiger Bestandteil des Verschlussorgans und kann bei einer anatomischen Veränderung zu unangenehmen Beschwerden führen.

Anatomie & Funktion

Über die Anatomie & Funktion des Hämorrhoidalplexus

Als Gefäßpolster und durch Venen und Arterien mit Blut versorgter Schwellkörper zeigt der unterhalb der Mastdarmschleimhaut gelegene Hämorrhoidalplexus (auch Plexus haemorrhoidalis oder Corpus cavernosum recti) einen ringförmigen Verlauf. Beim gesunden Menschen endet der einen Haupt- und zwei Nebenknoten aufweisende Hämorrhoidalplexus zwischen Mastdarm und Analkanal.

In seiner Eigenschaft als Anteil des Schließapparates ist der Plexus haemorrhoidalis mit dem Schließmuskel und weiteren muskulären Strukturen für den Verschluss des Analkanals verantwortlich. Zu diesem Zweck ist es den Hämorrhoidalknoten möglich, sternförmig ineinanderzugreifen. Der Hämorrhoidalplexus übernimmt somit eine wichtige Funktion im Rahmen der analen Kontinenz des Menschen und trägt dazu bei, sowohl unbeabsichtigte Abgänge von Kot als auch von im Darm befindlichen Gasen zu verhindern.

Verbreitung von Hämorrhoiden

Da Beschwerden, die von veränderten Hämorrhoiden ausgehen, gesellschaftlich häufig tabuisiert werden, existiert vermutlich eine relativ hohe Dunkelziffer an Betroffenen, die den Weg zum Arzt aus Scham meiden. Daher kann ein angenommenes tatsächliches Vorliegen eines Hämorrhoidalleidens bei ca. 50 % der deutschen Bundesbürger lediglich auf Schätzungen beruhen. Aufgrund dieses hohen vermuteten Auftretens wird das Leiden gelegentlich auch als Volkskrankheit bezeichnet.

In der Literatur finden sich verschiedene Angaben zu der Altersstruktur von Menschen, die von veränderten Hämorrhoiden betroffen sind – obgleich das Leiden auch bei sehr jungen Personen auftreten kann, wird allerdings meist davon ausgegangen, dass unter den Patienten vor allem Menschen fortgeschritteneren Alters (im Schnitt älter als 30 Jahre) vertreten sind. -> Mehr über die Verbreitung von Hämorrhoiden erfahren..

Symptome bei Hämorrhoiden

Die mit einem Hämorrhoidalleiden einhergehenden Symptome sind vor allem von der Ausprägung vorliegender anatomischer Veränderungen abhängig. In der Medizin können diagnostizierte Abweichungen der Hämorrhoidenstruktur daher jeweiligen Ausprägungsgraden zugeordnet werden.

Juckreiz im Afterbereich als Symptom von Hämorrhoiden

Juckreiz im Afterbereich als Symptom von Hämorrhoiden

Weist eine Hämorrhoidenveränderung den Grad 1 auf, so äußert sie sich nicht bei jedem Betroffenen durch spürbare Symptome – eine Ursache ausbleibender Schmerzen ist unter anderem die Schmerzunempfindlichkeit der inneren Afterschleimhaut. Treten Symptome auf, so umfassen diese etwa lokalen Juckreiz und gelegentliche Blutauflagerungen auf Toilettenpapier oder Stuhl. Vergrößerungen oder Positionsveränderungen des hämorrhoidalen Schwellkörpers sind bei einer Ausprägung ersten Grades im Regelfall noch nicht äußerlich zu erkennen.

Im Rahmen eines Hämorrhoidalleiden 2. Grades treten die Hämorrhoiden bei vielen Betroffenen gelegentlich vor die Öffnung des Afters und sind währenddessen von außen erkenntlich. Aufgrund der hohen Schmerzempfindlichkeit der Afterhaut kann sich der Veränderungsgrad nun schmerzhaft darstellen. Zu den weiteren möglichen Symptomen zählen beispielsweise Fremdkörpergefühle und Nässen im Afterbereich sowie schmerzfreie Blutungen während der Stuhlausscheidung. Bei häufigem Vortreten der Hämorrhoiden besteht die Gefahr sehr schmerzhafter Einklemmungen entsprechender Hämorrhoidalknoten mit folgendem Gewebeverlust.

Haben krankhafte hämorrhoidale Veränderungen Grad 3 oder Grad 4 erreicht, so ziehen sich aus der Afteröffnung getretene Knoten nicht mehr selbstständig zurück. Neben Blutungen während des Toilettenganges sowie Schmerzen, Brennen und Juckreiz im Afterbereich zählen nun unter anderem auch lokale Schleimabsonderungen und Stuhlschmieren (ein unkontrollierter Stuhlabgang) zu den möglichen Symptomen. -> Mehr über die Symptome bei Hämorrhoiden Leiden erfahren

Ursachen bzw. Entstehung

Vermeiden Sie starkes Pressen während des Stuhlgangs

Vermeiden Sie starkes Pressen während des Stuhlgangs

Mögliche Ursachen eines Hämorrhoidalleiden sind vielfältig und werden in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Als wichtiger Risikofaktor für das Auftreten krankhafter hämorrhoidaler Vergrößerungen gilt allerdings ein langfristig vorliegender Druck auf den Analbereich. Ein solcher Druck kann beispielsweise die Folge einer anhaltenden Verstopfung und/oder eines sehr starken gewohnheitsmäßigen Pressens während der Stuhlausscheidung sein.

Darüber hinaus können sich Faktoren wie häufiges Sitzen, Übergewicht, eine fehlerhafte Ernährung, genetisch bedingte Anfälligkeiten sowie angeborene Bindegewebsschwächen mit einhergehender Schließmuskelerschlaffung begünstigend auf hämorrhoidale Vergrößerungen bzw. Absenkungen auswirken. -> Mehr über die Ursachen von Hämorrhoiden erfahren

Verlauf

Der Verlauf krankhaft vergrößerter Hämorrhoiden variiert in Abhängigkeit von Einflussfaktoren wie Grad des hämorrhoidalen Leidens und Beginn einer gezielten medizinischen Bekämpfung. Im Regelfall trägt ein möglichst frühzeitiger Arztbesuch zu einem positiven Verlauf bei. Nach erfolgreicher Bekämpfung eines Hämorrhoidalleidens kann dessen erneutes Auftreten allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Vergrößerte Hämorrhoidalknoten 4. Grades können mit verschiedenen Komplikationen einhergehen – so ist das aus der Afteröffnung getretene Gewebe beispielsweise anfällig für das Auftreten von Wundstellen sowie nässenden Ekzemen, die auch als sogenannte Juckflechten bezeichnet werden.

Diagnose von Hämorrhoiden

Eine Verdachtsdiagnose kann bei Hämorrhoiden schnell gestellt werden

Eine Verdachtsdiagnose kann bei Hämorrhoiden schnell gestellt werden

Dem Zweck des Diagnostizierens eines Hämorrhoidenleidens dienen einem behandelnden Arzt im Regelfall zunächst die bisherige Krankengeschichte eines Patienten sowie dessen Beschwerdeschilderung.

Häufig kann bereits auf Grundlage genannter Symptome eine Verdachtsdiagnose erfolgen – da entsprechende Symptome allerdings auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten können, schließt sich meist eine Inspektion des Analbereiches an. Liegen Hämorrhoidenvergrößerungen 4. Grades vor, so kann die Verdachtsdiagnose nun umgehend bestätigt werden.

Zur Prüfung bzw. besseren Kenntlichkeit eines Hämorrhoidenleidens 2. oder 3. Grades wird der Patient häufig zur mehrmaligen Aktivierung des Schließmuskels aufgefordert, während eine hämorrhoidale Veränderung 1. Grades im Regelfall lediglich mithilfe eines Proktoskopes (ein Instrument zur Untersuchung des Analkanals) nachweisbar ist.

Kann die Verdachtsdiagnose „Hämorrhoidalleiden“ verworfen werden, so ist es häufig medizinisch sinnvoll, auch mögliche schwere Erkrankungen als Ursache vorliegender Symptome auf diagnostischem Weg auszuschließen.

Behandlung von Hämorrhoiden

Gestaltet sich eine krankhafte Vergrößerung der Hämorrhoiden bei einem Patienten symptomfrei, so ist eine medizinische Behandlung nicht in jedem Fall erforderlich. Wird allerdings eine Therapie angestrebt, orientiert sich diese vor allem an Erkrankungsgrad und -ausmaß, Behandlungsziel sowie allgemeinem gesundheitlichen Zustand eines Patienten.

Da kein allgemeingültiges Therapiekonzept zur Behandlung vergrößerter Hämorrhoiden existiert, kann ein behandelnder Arzt in Abstimmung mit dem Betroffenen auf unterschiedliche Maßnahmen zurückgreifen. -> Mehr über die Behandlung und Therapie von Hämorrhoiden erfahren

Basistherapie

Das Ziel einer Basistherapie liegt vor allem in der Vermeidung bzw. Verzögerung des Fortschreitens vorliegender Symptome. Damit steht die Basistherapie am Beginn einer eventuellen umfassenderen Behandlung. Eine basistherapeutische Intervention möchte bei vorliegendem Hämorrhoidalleiden vornehmlich eine weiche Stuhlkonsistenz und rasche Darmentleerungen erreichen, die keines ausgiebigen Pressens bedürfen.

Diesem Zweck dienen vornehmlich ernährungsberaterische Schritte – so wird dem Patienten etwa die Wichtigkeit ballaststoffreicher Ernährung und ausreichender Flüssigkeitszufuhr dargelegt. Weitere mögliche durch den Patienten zu befolgende Therapieschritte umfassen etwa konsequente Hygiene (um Reizungen der Haut entgegenzuwirken), körperliche Bewegung (zur Anregung der Darmaktivität) sowie die Vermeidung/Bekämpfung von Übergewicht.

Hämorrhoidalia

Mit Salbe aus der Hamamelis gegen Hämorrhoiden angehen

Mit Salbe aus der Hamamelis gegen Hämorrhoiden angehen

Als Hämorrhoidalia bzw. Hämorrhoidenmittel werden medikamentöse Wirkkomplexe bezeichnet, die ausschließlich der Bekämpfung hämorrhoidal bedingter Symptomatik (wie etwa Schmerzen, Entzündungsprozesse oder Juckreiz) dienen. Meist stellt die Medikamentengabe im Rahmen der Behandlung eines Hämorrhoidalleidens lediglich einen einzelnen von mehreren aufeinander abgestimmten Therapiebausteinen dar. Der Einsatz entsprechender Arzneimittel kann keinen heilenden, sondern lediglich einen lindernden Erfolg erzielen. Die häufig rezeptfrei erhältlichen Hämorrhoidalia liegen meist in Form von Salben oder Zäpfchen vor.

Ambulante Maßnahmen

Die Anwendung ambulanter Maßnahmen eignet sich vor allem zur Bekämpfung von Hämorrhoidalleiden 1. und 2. Grades und dient dazu, umfangreichere operative Eingriffe zu umgehen oder zu verzögern. Hauptsächlich ergriffene ambulante Maßnahmen sind die Hämorrhoidensklerosierung sowie die Gummibandligatur. Beide Methoden erfordern weder eine Sedierung noch eine Anästhesie.

Vor allem zur ambulanten Bekämpfung hämorrhoidaler Vergrößerungen 1. Grades eignet sich die Sklerosierung (Verhärtung). Im Zuge des Eingriffes wird eine spezielle Flüssigkeit in die Hämorrhoidalknoten injiziert, die zu lokalen Entzündungsprozessen und in der Folge zu einer Knotenschrumpfung führt. Die vergleichsweise unkomplizierte und weitgehend schmerzfreie Maßnahme der Sklerosierung erfolgt meist im Rahmen einiger aufeinanderfolgender Behandlungstermine in jeweils mehrwöchigem Abstand.

Die Bekämpfung eines Hämorrhoidalleidens 2. Grades mithilfe ambulanter Maßnahmen erfolgt bevorzugt unter Durchführung einer Gummibandligatur – vergrößerte Hämorrhoidalknoten werden hier mithilfe eines Gummibandes abgeklemmt und fallen in den Folgetagen ab. Bei verschiedenen vorliegenden Erkrankungen oder Allergien kann die Sklerosierung ein nur eingeschränkt geeignetes Verfahren sein – eine entsprechende individuelle Eignung kann im Rahmen eines Dialoges mit dem behandelnden Arzt geprüft werden.

Operationsverfahren

Stoßen konservative Behandlungsverfahren angesichts einer ausgeprägten Symptomatik an ihre Grenzen, kann eine operative Bekämpfung vergrößerter Hämorrhoiden medizinisch sinnvoll und teilweise auch notwendig werden. Verschiedene klassische und moderne Behandlungsmethoden erzielen dabei im Regelfall eine Wiederherstellung der normgemäßen hämorrhoidalen Anatomie – eine komplette Entfernung hämorrhoidaler Strukturen findet nicht statt, da Letztere eine unentbehrliche Funktion im Rahmen der Stuhlkontinenz eines Patienten übernehmen.

Eine klassische Operationsmaßnahme stellt die sogenannte Hämorrhoidektomie dar. Während dieses Eingriffes erfolgt eine Entfernung vergrößerter Anteile eines Hämorrhoidalpolsters. Ein anschließender Heilungsprozess erstreckt sich bei den meisten Patienten über mehrere Wochen. Die vornehmlich zur chirurgischen Bekämpfung von Hämorrhoidalleiden 4. Grades eingesetzte Hämorrhoidektomie geht meist mit einem mehrtägigen stationären Klinikaufenthalt einher.

Zu den modernen Operationsverfahren zwecks Bekämpfung von Hämorrhoidalleiden (im Besonderen jenen 3. Grades) zählt unter anderem die weitverbreitete Stapler-Hämorrhoidopexie. Anders als die Hämorrhoidektomie erfordert diese Maßnahme keine Entfernung von Anteilen des Hämorrhoidalpolsters – der Eingriff umfasst vielmehr eine operative Resektion (Entfernung) der oberhalb des Hämorrhoidalplexus liegenden Mukosamanschette.

In der Folge dieser Mukosektomie führen Faktoren wie die Bildung lokalen Narbengewebes zu einer der Norm entsprechenden Größe und Position des zuvor veränderten hämorrhoidalen Polsters. Das minimal-invasive (für Hämorrhoidalleiden 2. und 3. Grades geeignete) moderne Operationsverfahren der Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur setzt schließlich an den Arterien des Gewebepolsters an – ein Abbinden dieser Gefäße führt zu einem stetigen Schrumpfen krankhaft veränderter Hämorrhoidalknoten. -> Mehr über die verschiedenen Operationstechniken bei Hämorrhoiden erfahren

Mit Hausmitteln gegen Hämorrhoiden

Möchten Betroffene einem gering ausgeprägten Hämorrhoidalleiden mithilfe von Hausmitteln begegnen oder soll eine medizinische Behandlung durch Hausmittel ergänzt werden, so dienen hierzu verschiedene Maßnahmen.

Um Hautreizungen im Analbereich zu vermeiden oder zu lindern, empfehlen Experten beispielsweise, großen Wert auf die Intimhygiene zu legen – nach einem Toilettengang sollte der After darüber hinaus nicht mit trockenem, sondern mit feuchtem Toilettenpapier gereinigt werden.

Auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr trägt häufig zur Linderung hämorrhoidaler Beschwerden bei, da hierdurch eine weiche Stuhlkonsistenz gefördert wird. Eine solche Flüssigkeitszufuhr lässt sich mit gleichem Zweck etwa durch ein tägliches Glas Apfelmost ergänzen.

Der äußeren lindernden Hämorrhoidalbehandlung durch Hausmittel dienen unter anderem ein regelmäßiges Auftragen von Ringelblumensalbe, Rizinusöl oder Teebaumöl (auch pürierte Banane und Speisequark können für ein Auftragen geeignet sein) sowie Sitzbäder in Kamillentee oder Eichenrindenextrakt.

Nicht zuletzt entfaltet sportliches Training häufig positive Wirkung – die hierdurch angeregte Verdauung führt zu einer angenehmeren Stuhlentleerung. Experten empfehlen außerdem ein regelmäßiges Trainieren des Schließmuskels durch wiederholtes kurzzeitiges Anspannen der Gesäßmuskulatur. -> Mehr über Hausmittel zur Linderung gegen Hämorrhoidalleiden erfahren

Klassifikation nach ICD-10
K64Hämorrhoiden
Inkl.: Hämorrhoidalknoten, Varizen des Anus oder Rektums. Exkl.: Als Komplikation bei: Geburt oder Wochenbett (O87.2) oder Schwangerschaft (O22.4)
K64.0Hämorrhoiden 1. Grades: Hämorrhoiden (blutend) ohne Prolaps
K64.1Hämorrhoiden 2. Grades: Hämorrhoiden (blutend) mit Prolaps beim Pressen, ziehen sich spontan zurück
K64.2Hämorrhoiden 3. Grades: Hämorrhoiden (blutend) mit Prolaps beim Pressen, ziehen sich nicht spontan zurück, manuelle Reposition
K64.3Hämorrhoiden 4. Grades: Hämorrhoiden (blutend) mit Prolaps, manuelle Reposition nicht möglich
K64.4Marisken als Folgezustand von Hämorrhoiden
K64.5Perianalvenenthrombose
K64.8Sonstige Hämorrhoiden
K64.9Hämorrhoiden, nicht näher bezeichnet

Häufig gestellte Fragen

Wie äußern sich vergrößerte Hämorrhoiden?

Nicht immer äußern sich krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden durch spürbare Symptome. Welche Beschwerden sich einstellen (wie etwa Juckreiz, Schmerzen oder Fremdkörpergefühl), ist vor allem vom Erkrankungsgrad abhängig.

Muss ein Hämorrhoidalleiden ärztlich behandelt werden?

Geht das Leiden im individuellen Fall nicht mit Beschwerden einher und bleibt somit asymptomatisch, so besteht meist keine Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung.

Wann empfiehlt sich ein Arztbesuch?

Äußert sich ein Hämorrhoidalleiden durch Symptome wie Blutungen im Analbereich, so ist eine Ursachenabklärung wichtig. Auch bei leichteren Beschwerden trägt ein ärztlicher Rat häufig zu einer Besserung der Symptomatik bei.

Wie gefährlich ist ein Hämorrhoidalleiden?

Meist gestalten sich vergrößerte Hämorrhoiden ungefährlich. Obgleich verschiedene Symptome denjenigen schwerer Erkrankungen ähneln können, führt ein Hämorrhoidalleiden im Regelfall nicht zu Krankheiten wie etwa Krebs.

Kann ich selbst zu einer Beschwerdelinderung beitragen?

Ein Patient kann hämorrhoidal bedingte Beschwerden durch eigenes Zutun deutlich lindern. Möglich ist ihm dies unter anderem durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung, konsequente Hygienemaßnahmen sowie das Anwenden von Salben bzw. Sitzbädern.

Sind vergrößerte Hämorrhoiden dauerhaft zu besiegen?

Mithilfe individuell geeigneter Behandlungsmethoden ist ein Hämorrhoidalleiden meist erfolgreich zu bekämpfen. Eine in der Folgezeit erneut auftretende Vergrößerung der Hämorrhoidalknoten kann allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Welche Begriffe gibt es noch für Hämorrhoiden?

Es gibt zahlreiche Begriffe, Beispielsweise Hämorhoiden, Hämorriden, Hämorrieden, Haemorrhoiden aber auch Fehlerhafte (.de) (Tippfehler)Schreibweisen wie auch www. Suchanfragen:
hämorrideen, hämorriiden, hämoorriden, hämoriden, hämorrriden, hämorridden, hhämorriden, hämorridenn, hämmorriden, hämorridem, hänorriden, ämorriden, hamorrhoiden und hämorride (.de).

Adressen zum Thema Hämorrhoiden

Welche wichtigen Adressen gibt es?

Gastro Liga e.V.

Friedrich-List-Straße 13
35398 Gießen
Tel.: 0641 / 9 74 81 – 0
Fax: 0641 / 9 74 81 – 18
E-Mail: geschaeftsstelle@gastro-liga.de
www.gastro-liga.de

Berufsverband der Coloproktologen Deutschlands e.V. (BCD)
Maienstraße 3
79102 Freiburg
Tel: 0761 / 70438-113
Fax: 0761 / 70438-114
Email: info@coloproktologen.de
www.coloproktologen.de

Hämorrhoiden Bücher

Welche Bücher zum Thema sind zu empfehlen?

Hämorrhoidalleiden (Frederik H. Wullink)
Medpharm Scientific Publishers, 2003
Preis: 6,50 Euro
ISBN: 3-88763-097-1

Hämorrhoiden. Sprechen wir darüber (Friedrich A. Weiser, Karl Klaghofer, Georg Slavka)
Verlagshaus der Ärzte, 2006
Preis: 7,95 Euro
ISBN: 3-90148-880-4

Hämorrhoiden und der kranke Enddarm (Freya Reinhard, Jens J. Kirsch)
Kohlhammer 2003
Preis: 17,00 Euro
ISBN: 3-17017-587-4


Videos zum Thema Hämorrhoiden


2 Kommentare

Peter B. 25. November 2013 at 09:19

Hallo, vielen Dank für die vielen, hilfreichen Informationen. Der Tipp mit dem feuchten Toilettenpapier hat mir sehr geholfen. Ich verwende schon seit einiger Zeit eine Hamamelis Salbe, die den Juckreiz und andere Symptome lindert. In Kombination mit einer Ernährungsumstellung (viele Ballaststoffe) und einer vermehrten Wasseraufnahme (ca. 2 Liter Wasser am Tag), kann man gegen Hämorrhoiden schon Einiges bewirken.

Reply
Uwe 9. Dezember 2013 at 13:09

Also ich kann gegen den Juckreiz auf jeden Fall die Posterisan Akut Salbe empfehlen. Nutze ich selbst schon ein paar Wochen. Damit werden die Hämorrhoiden zwar nicht wirklich behandelt, aber das störende Jucken wird dadurch deutlich gelindert und man kann mal wieder ein paar Nächte lang durchschlafen.

Gruß,
Uwe

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