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Mit homöopathischen Mitteln Hämorrhoiden bekämpfen (Quelle: Bigstock-ID-32175332-by-filmfoto)

Mit Homöopathie gegen Hämorrhoiden

von Dr. Peter Müller
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Seit über zweihundert Jahren bietet die Homöopathie die Möglichkeit, Krankheiten auf eine sanfte und natürliche Art und Weise zu behandeln. Samuel Hahnemann ist der Begründer der Medizinrichtung Homöopathie. Seit dem haben viele Ärzte das Heilverfahren für ihre Patienten genutzt und weiterentwickelt. Homöopathische Medikamente können zur Behandlung von akuten und chronischen Krankheiten eingesetzt werden. 

Hämorrhoiden und Homöopathie

Ein gutes Beispiel für ein Leiden, welches sich durch die Behandlung mit homöopathisch aufbereiteten Medikamenten bessern kann, sind Hämorrhoiden. Die Arzneimittel für diese interessante Behandlungsalternative sind nicht verschreibungspflichtig und oft preiswerter als herkömmliche Medikamente. Homöopathische Mittel können über Apotheken bezogen werden. Die Behandlung von Hämorrhoiden durch Homöopathie bietet eine wichtige Alternative zur Schulmedizin.

Was sind Hämorrhoiden?

Krankhaft veränderte Hämorrhoiden können unangenehme Beschwerden im Analbereich verursachen. Als Hämorrhoidal-Geflecht wird ein besonders gut durchbluteter Bereich in der Nähe des Darmausganges bezeichnet. Dieses verdickte Gewebepolster dient als abdichtender Verschluss des Darmes. Kommt es zum Stuhlgang, fließt Blut aus dem ringförmigen Polster ab und das Gewebe entspannt sich. Dadurch wird die Abdichtung durchgängig und der Stuhl kann aus dem Darm ausgeschieden werden. Nach Beendigung des Stuhlganges füllt sich das Hämorrhoidal-Geflecht wieder mit Blut. Der After wird so wieder verschlossen. Mit zunehmendem Lebensalter vergrößern sich die Blutgefäße im Hämorrhoidal-Geflecht, sie weiten sich aus und bilden knotige Aussackungen. Besonders stark sind davon Menschen betroffen, die unter einer Bindegewebsschwäche leiden. Bei einer ausgeprägten Bindegewebsschwäche kann das „Ausleiern“ der Blutgefäße bereits in jungen Jahren beginnen. Häufig leiden die Menschen an vergrößerten Hämorrhoiden, die beim Stuhlgang regelmäßig stark pressen müssen. Vor allem bei Patienten mit einer chronischen Verstopfung (Obstipation) wird das Hämorrhoidal-Geflecht stark in Mitleidenschaft gezogen.

Welche Symptome verursachen Hämorrhoiden?

Patienten, die unter den Erweiterungen der Blutgefäße am Darmausgang leiden, klagen häufig über ein unangenehmes Jucken und Brennen am Po. Die Wände an dem ringförmigen Gewebepolster können beim Stuhlgang verletzt werden. Dadurch kann der Analbereich nässen und bluten. Allerdings kommt es nicht immer gleich zu Beschwerden. In vielen Fällen bleiben die vergrößerten Hämorrhoiden lange unbemerkt. Doch sobald der Analbereich nach dem Stuhlgang blutet, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Das Bluten kann auch andere schwerwiegendere Ursachen wie beispielsweise Darmkrebs haben, deshalb ist eine Abklärung wichtig. Die durch Hämorrhoiden verursachten Blutungen sind meist schmerzlos. Die Sekrete, die aus dem verletzten Gewebe austreten, können ein berennendes Afterjucken oder sogar Ekzeme rund um den After verursachen. Im fortgeschrittenen Stadium wird der Darmausgang nicht mehr komplett abgedichtet. Es können kleine Mengen von Stuhl und schleimigen Absonderungen unwillkürlich austreten. Das Hämorrhoidal-Poster kann regelrecht aussacken und durch den Darmausgang nach außen treten. Die Betroffenen haben häufig das Gefühl, beim Stuhlgang den Darm nicht zufriedenstellend entleeren zu können. Als eine wichtige mögliche Komplikation bei Hämorrhoiden kann sich eine Anämie durch den ständigen Blutverlust entwickeln. Wenn die Aussackungen eingeklemmt werden, können Thrombosen entstehen.

Hämorrhoiden und Homöopathie: Die homöopathische Behandlungsalternative

Die Schulmedizin wird bei einem fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden eine Verödung des vergrößerten Gewebepolsters empfehlen. Eine weitere Möglichkeit der Behandlung ist die operative Entfernung des problematischen Gewebes. Viele Patienten interessieren sich jedoch für andere Wege. Einer davon ist, Hämorrhoiden mit Homöopathie zu behandeln.
In der Homöopathie gibt es ungefähr 3.000 unterschiedliche Substanzen, die für die Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden können. Ein großer Unterschied zwischen Schulmedizin und Homöopathie besteht darin, dass die homöopathische Behandlung sehr individuell ist. Während ein schulmedizinischer Arzt ein bestimmtes Behandlungsspektrum im Kopf hat, mit dem er jeden Patienten mit dem gleichen Krankheitsbild behandelt, wird in der Homöopathie vom Therapeuten zunächst eine umfangreiche Anamnese durchgeführt. Bei Hämorrhoiden und Homöopathie interessiert sich der Arzt oder Heilpraktiker für die Gesamtheit des Befindens seines Patienten, nicht nur für eventuelle Probleme beim Stuhlgang.

Vollständige Anamnese
Mit den Erkenntnissen aus der Anamnese kann der geschulte Therapeut für Hämorrhoiden und Homöopathie das entsprechende Einzelmittel individuell bestimmen, welches für diesen Patienten zur Behandlung geeignet ist. Zu jedem geprüften homöopathischen Mittel existiert ein Arzneimittelbild, mit dem die akuten Symptome, die der Patient in der Gesamtheit ausweist, abgeglichen werden müssen. Bei einer hohen Übereinstimmung des Arzneimittelbildes mit dem Befinden des Patienten ist dann das gesuchte „ähnliche“ Mittel gefunden. Bei der Behandlung von Hämorrhoiden durch Homöopathie wird stets unterschieden zwischen einer Konstitutionsbehandlung und einer Behandlung, die sich nur auf akute Einzelsymptome bezieht. Konstitutionsmittel wie beispielsweise Sulfur werden bei der Behandlung von Hämorrhoiden durch Homöopathie selten, aber in einer hohen Potenz gegeben. Sie sollen eine generelle Umstimmung des Organismus bewirken. Bei Mitteln, die zunächst nur die quälendsten akuten Symptome lindern sollen, werden die gewählten Mittel bei der Behandlung von Hämorrhoiden durch Homöopathie in niedrigen Potenzen wie D 4, D 6, oder D 12 gegeben und häufiger eingenommen.

Homöopathische Mittel zur Beahndlung von Hämorrhoiden

Bei der Behandlung von Hämorrhoiden durch Homöopathie gehören die folgenden nicht verschreibungspflichtigen Mittel zu den bewährten Indikationen:
  • Aesculus
    Der Patient beschreibt einen Schmerz, als ob er von Splittern verursacht wird und eine Verschlechterung der Beschwerden bei Bettwärme. Der Patient hat eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche.

 

  • Hamamelis Virginia
    Wirksam bei dunkelroten Blutabgängen und Schmerzen nach dem Stuhlgang. Der After ist wund und sehr empfindlich.
  • Paeonia officinalis
    Der Patient leidet unter starken Schmerzen, ausgeprägtem Jucken und Brennen sowie dem häufigen Auftreten von Analfissuren.

 

Unterstützende Maßnahmen zur homöopathischen Therapie

Wer Beschwerden hat, kann neben der Behandlung der Hämorrhoiden durch Homöopathie auch selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern. Die Basis für eine gute Verdauung und die Vermeidung von Verstopfung ist eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährungsweise. Genauso wichtig ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit. Viele Menschen könnten ihre chronische Verstopfung allein dadurch loswerden, wenn sie täglich 1,5 bis zwei Liter Wasser trinken würden. Um die Verdauung in Schwung zu bringen, ist viel Bewegung ein dritter wichtiger Faktor.

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