Jeder Mensch besitzt Hämorrhoiden. Sie sind Teil des Enddarms und unterstützen den Schließmuskel bei der Abdichtung des Afters. Verändern sie sich jedoch krankhaft, so sollte eine umgehende Behandlung erfolgen. In der Regel sind sie nicht gefährlich, jedoch meist störend. Die Einteilung der Hämorrhoiden erfolgt in 4 Stadien. Mitunter sind sie sehr schmerzhaft, nässen, brennen oder jucken. Mitunter kommt es zu tiefen Einrissen des Gewebes. Hämorrhoiden werden häufig mit anderen Erkrankungen im Bereich des Anus verwechselt.
Vor jeder Behandlung sollte deshalb eine eingehende Untersuchung durch einen Proktologen erfolgen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. In dem Anfangsstadium kann bereits eine Umstellung auf eine ballaststoffreiche Ernährung, mit einer Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2 Litern, erfolgreich sein. Auch regelmäßige körperliche Bewegung und die richtige Hygiene, ist bei einer Behandlung hilfreich. Die Stärkung des Beckenbodens durch Beckenbodengymnastik, kann Hämorrhoiden zudem vorbeugen werden. In dem 1 Stadium sind die Hämorrhoiden häufig noch nicht sichtbar. Schmerzen sind selten, können jedoch auftreten. Zur Behandlung empfehlen sich Sitzbäder mit Eichenrinden-, oder Arnikaextrakten, homöopathische Mittel wie Hamaetum Zäpfchen oder Globuli. Bei blutenden und schmerzhaften Hämorrhoiden war die Behandlung mit Aesculus D6, wie auch Hamamelis D6 erfolgreich. Die Behandlung sollte so schnell wie möglich erfolgen. Häufig werden Hämorrhoiden im 1 und 2 Grad durch kleinere ambulante Eingriffe entfernt. Hierzu zählen unter anderem die Verödung, die Infrarotbehandlung oder auch die Kryotherapie. Bei einer Verödung wird das Gewebe in mehreren Sitzungen durch Einspritzen einer speziellen Flüssigkeit zum Schrumpfen gebracht. Die Infraotbehandlung erhitzt die Hämorrhoiden und führt zu einer Verschorfung und Rückbildung. Mittels der Kryotherapie wird das Gewebe vereist und stirbt ab.
Diese Behandlungen weisen jedoch eine hohe Rezidivquote auf. Hämorrhoiden des 3 und 4 Grades werden durch eine Operation entfernt. Diese erfolgt unter Vollnarkose, Spinalanäesthesie oder in einem Sattelblock. Ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt ist notwendig. Bei Verfahren mit offener Wundheilung, kann die Heilung mitunter mehrere Wochen in Anspruch nehmen und sehr schmerzhaft sein. Überwiegend zielen die Operationstechniken auf das Abtrennen der Versorgung der Hämorrhoiden ab. In einigen Fällen bietet sich zudem das Entfernen der Hämorrhoiden an. Welche Operationstechnik am Effektivsten ist, entscheidet der Proktologe entsprechend dem jeweiligen Befund. Wie jede Operation birgt auch diese einige Risiken. So können postoperative Blutungen, einhergehend mit starken Schmerzen, und Heilungsstörungen auftreten. Durch Narbengewebe ist es zudem möglich, dass sich der Anus verengt und somit der Stuhlgang erschwert wird.
